Schimmelsanierung: Schwarzschimmel sicher entfernen, Schritt für Schritt
Schwarzschimmel in der Wohnung kann der Gesundheit schaden. Die Weltgesundheitsorganisation sah ausreichende Belege für einen Zusammenhang zwischen Feuchtigkeit und Schimmel in Innenräumen und Asthmaanfällen, anhaltendem Husten, pfeifender Atmung und wiederkehrenden Nebenhöhlenentzündungen. Kinder, ältere Menschen und alle mit Asthma oder geschwächtem Immunsystem reagieren schon auf geringere Mengen und erholen sich langsamer.
Schwarzschimmel zu entfernen sieht nach einer Aufgabe für eine Bürste und einen Nachmittag aus. Wer eine Kolonie aber ohne Abschottung aufwühlt, verteilt die Sporen in alle anderen Räume. Die Schimmelsanierung folgt deshalb einer festen Reihenfolge, von der Feuchtequelle über den Rückbau bis zur Vorbeugung, damit aus dem Befall keine dauerhafte Belastung bis hin zu CIRS wird. Grundlage sind der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts und die DGUV Information 201-028.
Was ist „Schwarzschimmel“?
Hinter dem dunklen Fleck an Ihrer Wand kann eine von mehreren Pilzarten stecken.
Stachybotrys chartarum ist die Art, die für Schlagzeilen sorgt. Sie wirkt grünschwarz und schmierig und nicht flauschig, und sie bildet Trichothecen-Mykotoxine, darunter Satratoxin H und G, die schon in geringen Konzentrationen Zellen schädigen. Sie braucht außerdem Material, das ein bis zwei Wochen lang nahezu durchnässt ist, bevor sie sich ansiedelt. Wer sie findet, weiß daher, dass irgendwo schon lange Wasser läuft.

Sie ist nicht die einzige Art, die Probleme macht. Aspergillus niger bildet unter bestimmten Bedingungen Ochratoxin A und kann bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem die Lunge befallen. Chaetomium taucht in denselben feuchtegeschädigten Gebäuden auf und wird mit ähnlichen Beschwerden in Verbindung gebracht. Alternaria ist ein bedeutender Auslöser von Asthma. Cladosporium ist der häufigste dunkle Schimmel in Innenräumen und der am wenigsten bedenkliche dieser Pilze, und meist steckt er hinter dem Bewuchs im Bad.
Wenn Sie noch nicht sicher sind, ob der Bewuchs auf der Oberfläche sitzt oder schon im Material wurzelt, hilft der Ratgeber Schwarzschimmel oder Stockflecken weiter, oder die Fassung für Holz, wenn der Befall an Balken, einer Terrasse oder an Möbeln sitzt.
Waren Sie Schimmel ausgesetzt? Machen Sie den 15-minütigen TestWodurch Schwarzschimmel entsteht
Sporen sind in jedem Gebäude vorhanden, und das war schon immer so. Erst Wasser macht aus einer ruhenden Spore eine Schimmelkolonie, deshalb steckt hinter jedem Befall irgendwo eine Feuchtequelle.
Undichte Leitungen sind die häufigste Ursache. Langsam tropfende Verschraubungen an Zuleitungen bleiben am längsten unbemerkt, weil das Wasser am Rohr entlangläuft und sich erst in einiger Entfernung sammelt.
Schäden an Dach und Anschlussblechen leiten Wasser in Wand- und Deckenhohlräume. Besonders eine undichte Dachkehle kann Wasser 3 bis 4,5 m waagerecht durch ein Bauteil schicken, bevor es als Fleck an der Decke erscheint. Der sichtbare Schaden liegt selten direkt unter der eigentlichen Undichtigkeit.
Undichte Fenster- und Türanschlüsse lassen Wasser oft nur bei bestimmten Windrichtungen herein. Die Quelle ist dann schwer zu finden und wird leicht als Tauwasser abgetan.
Verstopfte Kondensatabläufe von Klimageräten erzeugen stehendes Wasser im Gerät, ohne dass außen etwas davon zu sehen ist.
Dauerhaft hohe Luftfeuchte lässt Schimmel ganz ohne Leck wachsen. An den kalten Flächen eines Raums, etwa an Fensterrahmen, Außenwänden, Wärmebrücken oder Kaltwasserrohren, schlägt sich Feuchtigkeit nieder, und der Bewuchs folgt auf dem Material dieser Flächen. Das Umweltbundesamt nennt 65 bis 70 % als Grenze, die die Raumluft nicht dauerhaft überschreiten sollte.
Hochwasser und Abwasser durchnässen alles Poröse innerhalb weniger Stunden. Wasser, das mit Fäkalien belastet ist, bringt eigene hygienische Risiken mit und gehört nicht in Eigenarbeit.
Fehlende Lüftung wirkt langsam. Ein Badlüfter, der in den Dachboden führt und nicht ins Freie, verlagert das Feuchteproblem nur. Möbel, die flach an einer Außenwand stehen, verhindern, dass Luft über die kälteste Fläche des Raums streicht. Das Umweltbundesamt rät zu etwa 10 cm Abstand.

Schutzausrüstung für die Schimmelentfernung
Beim Entfernen werden abgelagerte Sporen und Mykotoxine aufgewirbelt. Ohne die richtige Ausrüstung atmen Sie also eine konzentrierte Dosis genau dessen ein, was Sie beseitigen wollen. Die folgenden Angaben richten sich nach dem Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts und der DGUV Information 201-028.
Atemschutz. Für kleine Flächen genügt eine FFP2-Maske nach EN 149. Bei größeren Arbeiten nennt die DGUV Information 201-028 eine Halbmaske mit P2-Filter und bei hoher Belastung ein gebläseunterstütztes Gerät mit P3-Filter. OP-Masken sind nicht auf das Zurückhalten feiner Partikel geprüft und sind am Rand undicht. Der Sitz zählt dabei so viel wie die Filterklasse, denn eine gut sitzende FFP2-Maske schützt besser als eine schlecht sitzende mit P3-Filter.
Augenschutz. Eine dicht schließende Korbbrille ohne Belüftungsschlitze. Eine normale Schutzbrille lässt seitlich Spalten offen, durch die Sporen aus der Luft ans Auge gelangen. Wenn Sie eine Brille tragen, muss die Korbbrille darüber passen.
Handschuhe. Flüssigkeitsdichte Handschuhe aus Nitril, Neopren oder Naturkautschuk mit einer Stulpe, die das Handgelenk bedeckt. Dünne Einweghandschuhe aus Latex reißen an Baustoffen zu leicht, und Haushaltshandschuhe aus Vinyl reichen nicht aus.
Kleidung. Lange Ärmel und eine lange Hose, die danach direkt in die Waschmaschine kommen oder in einen Beutel, bevor Sie die übrige Wohnung betreten. Ab etwa 0,5 m² verhindert ein staubdichter Einwegschutzanzug, dass Sie Sporen durch das Haus tragen. Ziehen Sie ihn noch im Arbeitsbereich von innen nach außen aus.
Staubsauger mit HEPA-Filter. Ein echter HEPA-Filter der Klasse H13 oder höher, am besten in einem Gerät mit dichtem Gehäuse oder einem Industriesauger der Staubklasse H. Normale Haushaltssauger blasen feine Partikel durch den Beutel wieder aus, darunter Sporen und Mykotoxine. Sowohl beim Rückbau von Gipskarton als auch bei der Reinigung von Oberflächen brauchen Sie ein solches Gerät.
Die Feuchtequelle beseitigen
Wer Schimmel entfernt, während die Wasserquelle noch aktiv ist, gewinnt höchstens ein paar Wochen.
Bevor Material ausgebaut wird, zeigt ein Feuchtemessgerät mit Messspitzen, wie weit der Schaden tatsächlich reicht. Messen Sie Gipskarton, Holz, Estrich und Putz im sichtbaren Bereich und in den angrenzenden Flächen. Eine Holzfeuchte über 16 % reicht für aktives Wachstum, über 28 % für Fäulnis.
Die relative Luftfeuchte messen Sie mit einem günstigen digitalen Hygrometer. In Bädern, Kellern und anderen feuchten Räumen ist ein Luftentfeuchter oft fester Bestandteil der Sanierung und kein optionales Extra.
Abschottung vor der Entfernung
Wer den Bewuchs aufwühlt, setzt Sporen frei, und ohne Abschottung verteilen sie sich im ganzen Gebäude.
Bei weniger als etwa 0,5 m² auf begrenzten glatten Flächen genügt eine einfache Abschottung. Sie schließen den Raum, dichten Luftauslässe ab, wischen feucht, verzichten aufs Fegen und lassen im Arbeitsbereich einen Luftreiniger mit HEPA-Filter laufen. Bei größerem Befall gehört die Arbeit nach dem UBA-Leitfaden in die Hände eines Fachbetriebs, der den Bereich staubdicht abschottet und bei Bedarf unter Unterdruck hält:
- 01Lüftungsanlage oder Klimagerät für den Arbeitsbereich ausschalten und alle Zu- und Abluftöffnungen mit reißfester Baufolie (etwa 0,15 mm) und Klebeband abdichten
- 02Türöffnungen mit Folie abschotten und einen verschließbaren Durchgang lassen, etwa eine Reißverschlusstür
- 03Eine Unterdruckanlage mit HEPA-Filter aufstellen, die durch ein Fenster nach außen bläst, damit Luft in den Arbeitsbereich hineinströmt und belastete Luft nicht herausdringt
- 04Direkt vor dem Durchgang eine Schleuse einrichten, in der die Schutzkleidung abgelegt wird
- 05Ausgebautes Material noch im Arbeitsbereich verpacken, damit es nicht offen durch bewohnte Räume getragen wird
Schwarzschimmel auf glatten Flächen entfernen
Glasierte Fliesen, Glas, Metall, versiegelter Stein, Hartkunststoff und gestrichener Beton lassen sich reinigen und müssen nicht ersetzt werden. Der Bewuchs sitzt dort als Biofilm auf der Oberfläche und dringt nicht in das Material ein. Das Umweltbundesamt hält auf solchen Flächen Wasser mit einem haushaltsüblichen Reiniger für ausreichend.
- 01Den Bereich vor der ersten Berührung leicht mit Wasser besprühen, damit beim ersten Kontakt weniger Sporen freigesetzt werden
- 02Lose Sporen an der Oberfläche mit dem HEPA-Sauger aufnehmen, bevor etwas Nasses aufgetragen wird
- 03Mit einer festen Bürste und Wasser mit Haushaltsreiniger oder mit 3 % Wasserstoffperoxid schrubben und das Wischwasser mehrfach wechseln
- 04Mit frischen Einwegtüchern nachwischen, weil ein wiederverwendetes Tuch die Sporen erneut verteilt
- 05Die Fläche und ihre Umgebung noch einmal mit dem HEPA-Sauger absaugen
- 06Alles mit Ventilator oder Luftentfeuchter vollständig trocknen, weil zurückbleibende Feuchtigkeit der häufigste Grund ist, dass der Bewuchs nach wenigen Wochen zurückkehrt
Chlor ist auf porösen Materialien das falsche Werkzeug. Das Umweltbundesamt hält Biozide wie chlorhaltige Schimmelentferner bei einer Sanierung in der Regel für nicht notwendig, und der Grund liegt im Material. Eine übliche Chlorlösung besteht zu 95 bis 97 % aus Wasser. In Fugen, Gipskarton, Holz oder Mauerwerk dringt das Wasser ein, während das Hypochlorit nicht im gleichen Maß folgt. Sie bringen also zusätzliche Feuchtigkeit in einen ohnehin nassen Untergrund und töten nur die Zellen an der Oberfläche ab. Die Pilzfäden im Material können überleben. Auf glatten, nicht saugenden Flächen wirkt Chlor, weil es dort nicht eindringen muss. Gemischt mit einem ammoniakhaltigen Reiniger entsteht Chloramin, das schon in geringen Konzentrationen akut giftig ist.
Schimmelentferner, die ihren Zweck erfüllen
Drogerien und Baumärkte führen mehrere Mittel gegen Schimmel im Haushalt, und sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Manche entfernen nur die Verfärbung, manche töten den Pilz ab, und manche hinterlassen Wirkstoffe, die im Wohnraum eher schaden als nutzen. Wenn Sie nach der Aufgabe auswählen, müssen Sie nicht alle kaufen.
Reiniger mit 70 bis 80 % Alkohol (Ethanol oder Isopropanol) nennt das Umweltbundesamt für oberflächlichen Befall auf Putz und Anstrich. Sie wischen ihn mit einem Tuch auf, ohne ihn zu sprühen, und arbeiten wegen der Brandgefahr nur mit kleinen Mengen bei gut geöffnetem Fenster. Isopropanol in dieser Konzentration finden Sie etwa bei Amazon.
Chlorfreie Schimmelentferner auf Basis von Wasserstoffperoxid bleichen dunkle Verfärbungen in Fugen und auf Fliesen. Sie sind vor allem eine Behandlung für das Aussehen und ersetzen weder das Abwischen noch die Suche nach der Feuchtequelle. Eine Auswahl finden Sie bei Amazon.
Chlorhaltige Schimmelsprays enthalten Natriumhypochlorit und entfernen die Verfärbung schnell. Das Umweltbundesamt hält Biozide bei einer Schimmelsanierung jedoch in der Regel für nicht notwendig, und auf porösen Baustoffen erreicht Chlor den Schimmel im Material nicht. Wenn Sie ein solches Spray verwenden, dann nur auf glatten Flächen, bei offenem Fenster und niemals zusammen mit anderen Reinigern.
Schimmelhemmende Farben und Beschichtungen enthalten meist Biozide. Das Umweltbundesamt rät in Wohnräumen von solchen Zusätzen ab und nennt mineralische Silikat- oder Kalkfarben, deren hoher pH-Wert neuen Bewuchs hemmt.
Wasserstoffperoxid 3 % aus der Apotheke ist die Variante ohne Markennamen. Es wirkt auf glatten, nicht saugenden Flächen in 10 bis 15 Minuten und zerfällt zu Wasser und Sauerstoff, ohne Rückstände zu hinterlassen.
Hausmittel halten auf dem richtigen Untergrund mehr, als ihr Ruf vermuten lässt. Unverdünnter Essig mit 5 % Säure, eine volle Stunde lang aufgetragen, löst Oberflächenbewuchs von Fliesen und Glas. Auf Putz und anderen porösen Baustoffen rät das Umweltbundesamt allerdings von Essig ab, weil er dort das Wachstum sogar fördern kann. Teebaumöl ist das stärkste Antimykotikum unter den Hausmitteln, ist aber in der Nähe von Katzen gefährlich. Borax, das in vielen amerikanischen Anleitungen auftaucht, gilt in der EU als fortpflanzungsgefährdend und wird nicht an Privatpersonen abgegeben. Keines dieser Mittel erreicht die Pilzfäden im Inneren poröser Materialien, deshalb gilt die Regel zum Herausschneiden für sie genauso wie für Markenprodukte. Der Ratgeber zu Hausmitteln gegen Schimmel nennt Konzentrationen, Einwirkzeiten und die Kombinationen, die Sie nie mischen sollten.
Unser Vergleich von sieben Schimmelsprays nennt Wirkstoff, Einwirkzeit und die zugelassenen Untergründe. Er bezieht sich allerdings auf Produkte aus dem US-Handel, die in Deutschland zum Teil nicht erhältlich sind.
Gipskarton: herausschneiden und ersetzen
Gipskarton mit Bewuchs lässt sich nicht reinigen. Die Kartonschicht besteht aus Zellulose, und die Pilzfäden durchdringen sie beim Besiedeln vollständig. Eine Oberflächenreinigung entfernt die sichtbaren Sporen, lässt das Myzel aber intakt, und der Bewuchs kann innerhalb weniger Tage zurückkehren. Der UBA-Leitfaden empfiehlt deshalb, befallene Gipskartonplatten und Leichtbauwände auszubauen.
- 01Mit einem Cuttermesser anritzen und entlang der Linie brechen, ohne Kreissäge oder Stichsäge, die feinen Staub und Sporen im ganzen Raum verteilen
- 02Etwa 30 bis 40 cm über den sichtbaren Rand hinaus ausschneiden, wie es auch der UBA-Leitfaden nennt, und bis zum nächsten Ständer gehen, damit eine saubere Befestigungsfläche bleibt
- 03Das ausgebaute Material doppelt in reißfeste Foliensäcke verpacken und verschließen, bevor es irgendwohin getragen wird
- 04Das Ständerwerk hinter dem geöffneten Abschnitt prüfen, also Ständer, Schwellen und Riegel. Die Dämmung in der Wand ist nach dem UBA-Leitfaden meist ebenfalls befallen und wird in der Regel mit ausgebaut
- 05Leichter Bewuchs auf Holzständern: mit einer festen Bürste abbürsten, mit dem HEPA-Sauger absaugen, mit 70 bis 80 % Alkohol abwischen und vor dem Schließen vollständig trocknen lassen
- 06Starker Bewuchs auf Holzständern: bis auf gesundes Holz abschleifen oder abhobeln und jedes Bauteil ersetzen, das Fäulnis zeigt
- 07In Bereichen, die feucht werden können, zementgebundene Bauplatten verwenden, weil sie keine Kartonschicht haben, von der Schimmel leben kann
- 08Vor dem Einbau sicherstellen, dass die Holzfeuchte des Ständerwerks unter 14 % liegt, weil der Bewuchs sonst in der Wand zurückkehren kann
- 09Vor dem Streichen prüfen, ob der Untergrund eine mineralische Silikatfarbe verträgt. Ihr hoher pH-Wert wirkt nach dem UBA-Leitfaden neuem Bewuchs entgegen
Imprägnierte Gipskartonplatten haben eine behandelte Kartonschicht, die trotzdem aus Zellulose besteht und bei ausreichend langer Nässe als Nahrung dient. Zementgebundene Bauplatten ohne Karton sind überall dort die passende Wahl, wo es schon einmal einen Wasserschaden gab oder wieder einer drohen kann.
Sanierung in Dusche und Bad
Der meiste Schimmel in der Dusche, das Schwarze entlang von Fugen und Silikon, ist Cladosporium oder Aspergillus in einem Oberflächenbiofilm und nicht Stachybotrys. Oberflächenbewuchs auf intakten Fliesen lässt sich abreinigen. Stachybotrys hinter den Fliesen auf einem durchfeuchteten Untergrund bedeutet, dass die Fliesen herunter müssen. Was die einzelnen Flecken bedeuten, erklärt der Ratgeber Schimmel oder Stockflecken im Bad.
Fliesen und Fugen. Kein Reiniger löst den Biofilm von allein, deshalb macht eine feste Fugenbürste den ersten Durchgang. Danach folgt Wasser mit Haushaltsreiniger oder 3 % Wasserstoffperoxid.
Silikonfugen. Deutlich befallene Silikonfugen lassen sich nach dem Umweltbundesamt in der Regel nicht reinigen und werden erneuert. Der Schimmel wächst in das Silikon hinein, und eine Oberflächenreinigung nimmt nur die sichtbare Schicht ab. Lösen Sie die Fuge mit einem Kunststoffschaber, reinigen und trocknen Sie den Untergrund gründlich und verfugen Sie neu mit Sanitärsilikon, das möglichst emissionsarm sein sollte. Silikonfugen im Bad gelten als Wartungsfugen, die nach einiger Zeit ohnehin undicht werden. In einer Mietwohnung sprechen Sie das Erneuern am besten mit dem Vermieter ab.
Hinter den Fliesen. Hohl klingende Fliesen, gerissene Fugen, lose Fliesen oder ein Nachgeben unter Druck deuten auf eine versagende Abdichtung hin. Zementgebundene Bauplatten können getrocknet und behandelt werden, wenn sie stabil sind. Imprägnierte Gipskartonplatten (die grünen GKBI-Platten) sind lediglich feuchtebeständig und nicht wasserfest. Nach einem Befall werden sie ersetzt, und in Duschbereichen gehört heute eine Verbundabdichtung unter die Fliesen.
Badlüfter. Ein Lüfter, der in den Dachboden oder einen Hohlraum führt, schafft dort ein zweites Feuchteproblem. Halten Sie bei laufendem Lüfter ein Taschentuch an den Auslass an der Außenwand, um zu prüfen, ob die Luft wirklich ins Freie gelangt. Viele kleine Badlüfter sind für größere Bäder zu schwach, denn die nötige Leistung in m³/h richtet sich nach dem Raumvolumen. In Bädern mit Fenster übernimmt Stoßlüften nach dem Duschen einen großen Teil dieser Aufgabe.
Sanierung in der Küche
Im Spülenunterschrank richtet Küchenschimmel die größten Schäden an. Finden Sie zuerst das Wasser, bevor Sie etwas ausbauen. Prüfen Sie die Anschlüsse am Eckventil und die Schläuche der Armatur, denn die Ausfallrate steigt nach 10 bis 15 Jahren. Auch Panzerschläuche mit Edelstahlgeflecht bekommen an der Pressung Risse. Lassen Sie Wasser laufen und beobachten Sie den Anschluss des Geschirrspülers und die Überwurfmuttern am Siphon. Ein Unterschrankboden aus Spanplatte, der Feuchtigkeit aufgenommen hat, quillt auf und lässt sich nicht mehr trocknen. Er wird durch Massivholz oder versiegeltes Sperrholz ersetzt.
Zwei kleinere Quellen lohnen einen Blick pro Quartal. Die Tauwasserschale des Kühlschranks sitzt warm und dauerhaft feucht hinter der Sockelblende, und die Türdichtung des Geschirrspülers hält unter der unteren Lippe Wasser, das normale Spülgänge nie erreichen. Beides lässt sich mit 3 % Wasserstoffperoxid reinigen.
Wo Sie außerdem nachsehen sollten
In Bad und Küche finden die meisten Menschen den Bewuchs, den sie tatsächlich sehen. Die drei folgenden Bereiche erzeugen einen Befall, der verborgen bleibt, bis er sich festgesetzt hat. Dann wird aus einer Arbeit fürs Wochenende eine teure Sanierung.
Wände mit eindringender Feuchtigkeit. Außenwände, die Wasser durch Dachschäden, undichte Anschlüsse oder Tauwasser an Wärmebrücken aufnehmen, schimmeln oft auf der Rückseite von Vorsatzschalen, Innendämmungen oder Tapeten. Das bleibt unsichtbar, bis die Wand geöffnet wird. Der muffige Geruch kommt meist früher als alles Sichtbare.
Keller. Auf Beton und Mauerwerk wachsen typischerweise Cladosporium oder Penicillium. Holz im Keller, etwa Balken, Treppen oder Regale, bietet Stachybotrys einen Nährboden, wenn es feucht bleibt. Ein Befall im Keller zählt mehr, als seine Lage vermuten lässt, weil Luftbewegungen durch Deckendurchbrüche und die Kellertreppe Sporen in die Wohnräume darüber ziehen.
Klimageräte und Lüftungsanlagen. Das Kühlregister eines Klimageräts arbeitet bauartbedingt feucht. Ein verstopfter Kondensatablauf lässt Wasser in der Auffangwanne stehen, und der Bewuchs folgt. Ein belastetes Gerät oder eine verschmutzte Lüftungsanlage verteilt Sporen bei jedem Betrieb. Diese Arbeit gehört deshalb in jedem Fall in die Hände eines Fachbetriebs.

Wie Schwarzschimmel auf den Menschen wirkt
Wie sehr Schwarzschimmel schadet, hängt davon ab, wie viel davon da ist, wie lange Sie ihn schon einatmen und wer Sie sind. Ein Fleck auf einer Duschfuge, den Sie am Wochenende entfernen, ist eine Putzaufgabe. Bewuchs hinter einer Wand, der seit einem Jahr besteht, in einer Wohnung mit einem Kind, dessen Atem pfeift, ist ein Gesundheitsproblem.
Mendell und Kollegen werteten 2011 insgesamt 33 epidemiologische Studien aus und fanden durchgängig Zusammenhänge zwischen feuchten Wohnungen und Atemwegserkrankungen, darunter neu auftretendes Asthma bei Kindern und Erwachsenen. Mudarri und Fisk schätzten 2007, dass etwa 21 % der Asthmafälle in den USA, rund 4,6 Millionen Menschen, auf Feuchtigkeit und Schimmel in Wohnungen zurückgehen. Die jährlichen Gesundheitskosten lagen demnach bei etwa 3,5 Milliarden US-Dollar.
Schimmel erreicht Sie auf drei Wegen, und der Weg erklärt die Beschwerden.
Am einfachsten sind die Sporen selbst, denn sie sind Allergene. Wer sie einatmet, bekommt Niesen, eine verstopfte oder laufende Nase, juckende, tränende Augen und manchmal einen Hautausschlag, und bei Asthma können sie einen Anfall auslösen. Ein normaler Allergietest erkennt das, weil der Mechanismus derselbe ist wie beim Heuschnupfen.
Dann gibt es die Mykotoxine. Sie haften an Sporen und an den feinen Bruchstücken, die eine Kolonie abgibt. In einem feuchtegeschädigten Gebäude kommen sie zusammen mit Bakterien und den muffigen Gasen des Bewuchses, sodass Sie ein Gemisch einatmen und nicht ein einzelnes Gift. Wiederkehrende Nebenhöhlenentzündungen, Husten ohne Infekt, Kopfschmerzen, Engegefühl in der Brust und eine Müdigkeit, gegen die Schlaf nicht hilft, sind die üblichen Folgen nach Wochen dieser Belastung. Ein Allergietest fällt dabei nicht positiv aus, und deshalb hören Betroffene oft, ihnen fehle nichts.
Der dritte Weg betrifft eine kleinere Gruppe. Bei etwa einem Viertel der Menschen, deren Gene es ihnen erschweren, diese Gifte wirksam auszuscheiden, läuft die Entzündung nach dem Ende der Belastung weiter. Das ist das chronische inflammatorische Response-Syndrom (CIRS), und es erklärt, warum zwei Menschen dieselbe verschimmelte Wohnung teilen und nur einer von ihnen krank wird.
Kinder, ältere Menschen, Schwangere und alle mit Asthma, COPD oder einem geschwächten Immunsystem reagieren schon auf geringere Mengen und erholen sich langsamer. Bei gesunden Erwachsenen führt ein Schimmelproblem meist zu Allergien und Reizungen. Bei einem Säugling in einem feuchten Zimmer oder einem Menschen unter Chemotherapie kann derselbe Bewuchs eine schwere Atemwegserkrankung auslösen.
Wenn Sie seit Monaten und nicht erst seit Tagen mit Bewuchs leben, beschreibt der Ratgeber wie gefährlich Schwarzschimmel wirklich ist, was eine lange Belastung bewirkt. Ein Screening auf den dritten Weg dauert etwa fünfzehn Minuten. Der kostenlose VCS-Sehtest misst die Einbuße beim Kontrastsehen, die mit einer Biotoxin-Belastung in Verbindung steht, zusammen mit einem Fragebogen zu Beschwerden. Wenn die Frage lautet, was ein Mensch aufgenommen hat und nicht was im Gebäude wächst, misst ein Mykotoxin-Urintest, was der Körper ausscheidet. Ein erhöhter Wert für Ochratoxin A kann allerdings ebenso gut vom Kaffee stammen wie von einer Wand. Unsere Übersicht der Symptome einer Schimmelvergiftung nennt, worauf Sie achten sollten.
Das Screening läuft in Ihrem Browser und dauert von der Kalibrierung bis zum Ergebnis etwa fünfzehn Minuten.
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Einen Fachbetrieb für Schimmelsanierung beauftragen
Was eine Schimmelsanierung durch einen Fachbetrieb kostet, hängt von der Fläche, der Tiefe des Befalls und dem Material ab, das ersetzt werden muss. Bei einer kleinen Fläche, die Sie selbst reinigen, bezahlen Sie nur Schutzausrüstung und Reinigungsmittel. Arbeiten an einer Lüftungsanlage oder über mehrere Räume liegen am oberen Ende und darüber.
Drei Dinge unterscheiden einen kompetenten Fachbetrieb von einem bloß teuren:
Nachweisbare Fachkunde. Eine staatliche Zulassung für Firmen der Schimmelsanierung gibt es in Deutschland nicht. Das Umweltbundesamt nennt in seinen Antworten auf häufige Fragen Qualitätskriterien. Dazu gehören eine abgeschlossene Berufsausbildung mit Meisterprüfung oder ein Studium, ein mehrtägiger Weiterbildungskurs mit Abschlussprüfung, eine Gefährdungsbeurteilung und ein schriftliches Sanierungskonzept. Danach zu fragen ist völlig angemessen.
Geeignete Technik. Unterdruckanlagen mit HEPA-Filtern bewegen weit mehr Luft als Luftreiniger für den Haushalt und halten den Unterdruck über mehrtägige Arbeiten aufrecht. Für die Reinigung setzen Fachbetriebe Industriesauger der Staubklasse H ein. Belastete Lüftungsanlagen und Klimageräte brauchen eine fachgerechte Reinigung mit abgesaugter, gefilterter Luft, die ein Spray aus dem Baumarkt nicht leisten kann.
Unabhängige Erfolgskontrolle. Der Fachbetrieb führt die Arbeit aus, und nach dem UBA-Leitfaden prüfen unabhängige Fachleute das Ergebnis, bevor die Abschottung fällt. Eine Firma, die ihre eigene Arbeit abnimmt, hat einen offensichtlichen Interessenkonflikt. Firmen, die Schimmel ausschließlich mit Desinfektionsmitteln bekämpfen wollen, bezeichnet das Umweltbundesamt als unseriös.
Grenzen nach dem UBA-Leitfaden: selbst oder Fachbetrieb
Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts teilt sichtbaren Befall nach Fläche und Tiefe in drei Kategorien ein. Die Werte dienen der Orientierung und gelten pro Raumbereich, einzelne Flecken werden also zusammengezählt. Alle Stufen setzen voraus, dass die Feuchtequelle gefunden und beseitigt ist, denn bei weiter eindringendem Wasser bleibt jede Sanierung wirkungslos.
| Befall | Vorgehen | Abschottung und Schutz |
|---|---|---|
| Kleiner als etwa 20 cm², zum Beispiel eine befallene Silikonfuge | Ursache klären und selbst reinigen oder die Fuge erneuern | Keine besondere Abschottung, Handschuhe und FFP2-Maske |
| Bis etwa 0,5 m², nur oberflächlich, Ursache bekannt | Durch gesunde Bewohner selbst machbar, bei unklarer Ursache ein Fachbetrieb | Raum schließen, feucht und staubarm arbeiten |
| Größer als etwa 0,5 m² oder tiefer im Material | Sanierung durch einen Fachbetrieb | Staubdichte Abschottung, technische Lüftung und bei Bedarf Unterdruck |
| Befall in Klimagerät oder Lüftungsanlage | Fachbetrieb, unabhängig von der Fläche | Anlage stilllegen und abtrennen |
In manchen Situationen gehört die Arbeit unabhängig von der Fläche in die Hände eines Fachbetriebs:
- ·Jemand im Haushalt hat eine Atemwegserkrankung, eine Schimmelallergie, ein geschwächtes Immunsystem oder Beschwerden, die zu einer schimmelbedingten Erkrankung passen
- ·Die Feuchtequelle ist nicht gefunden oder nicht beseitigt
- ·Der Wasserschaden folgte auf Hochwasser oder Abwasser
- ·Der Schimmel sitzt in einem Klimagerät, einer Lüftungsanlage oder ihren Kanälen
- ·Ein verdeckter Befall wird vermutet und sein Ausmaß ist unbekannt
Bei Klimageräten und Lüftungsanlagen geht es mehr um die Verteilung als um die Fläche. Eine befallene Wand belastet den Raum, in dem sie steht, während eine befallene Anlage jeden Raum erreicht, den sie versorgt. Deshalb entscheidet wo der Bewuchs in einer Lüftung beginnt stärker über die Dringlichkeit als die Größe des sichtbaren Flecks.
Erfolgskontrolle nach der Sanierung
Ein Blick allein bestätigt den Erfolg nicht. Ein gereinigter Bereich kann sauber aussehen, während die Sporenzahl in der Luft erhöht bleibt oder Mykotoxine im abgelagerten Staub verbleiben. Der UBA-Leitfaden sieht deshalb vor, den Erfolg vor dem Abbau der Abschottung durch unabhängige Fachleute zu prüfen und zu dokumentieren.
Luftmessungen auf Schimmelsporen sammeln die Sporen aus einem gemessenen Luftvolumen, die dann unter dem Mikroskop ausgewertet werden. Der UBA-Leitfaden verweist für größere Schäden auf eine Gesamtsporenmessung nach DIN ISO 16000-20, bei der abgelagerter Staub vorher aufgewirbelt wird. Ein gutes Ergebnis bedeutet Innenraumwerte auf oder unter dem Niveau der Außenluft, ohne Stachybotrys im Innenraum. Die Werte schwanken im Tagesverlauf, und ruhender, trockener Schimmel gibt wenige Sporen ab, deshalb kommen falsch negative Ergebnisse vor.
ERMI- und HERTSMI-2-Staubproben analysieren abgelagerten Staub mit einer schimmelspezifischen quantitativen PCR. ERMI erfasst 36 Arten, HERTSMI-2 die 5, die am stärksten mit CIRS in Verbindung gebracht werden. Staub reagiert auf frühere Belastungen empfindlicher als Luft, weil die DNA der Sporen noch Monate nach dem Verschwinden des sichtbaren Bewuchses vorhanden ist. Die Werte erlauben einen zahlenmäßigen Vorher-Nachher-Vergleich. Beide Verfahren stammen aus den USA und sind in Deutschland weniger verbreitet als die Luftmessung.
Schwarzschimmel langfristig vorbeugen
Vorbeugen heißt Feuchtigkeit kontrollieren. Sporen sind ohnehin vorhanden, entscheidend ist also, ob die Bedingungen ihnen erlauben, sich anzusiedeln.
Halten Sie die relative Luftfeuchte bei 30 bis 50 %. Messen Sie mit einem digitalen Hygrometer, weil das Gefühl für Luftfeuchtigkeit unzuverlässig ist. Das Umweltbundesamt nennt 65 bis 70 % als Grenze, die die Raumluft nicht dauerhaft überschreiten sollte, im Winter eher weniger. An kalten Wandoberflächen genügen dann schon rund 80 % für Schimmelwachstum, auch ganz ohne Wasserschaden.
Reagieren Sie innerhalb von 24 bis 48 Stunden auf Lecks. In diesem Zeitraum beginnt Schimmel auf durchnässtem Material zu wachsen, und ein Notdienst für die Leitung kostet einen Bruchteil einer Sanierung.
Führen Sie die Feuchte aus dem Bad ins Freie. Lassen Sie den Lüfter beim Duschen und 15 bis 20 Minuten danach laufen, und prüfen Sie, dass er ins Freie führt. In Bädern mit Fenster hilft Stoßlüften direkt nach dem Duschen.
Prüfen Sie jährlich die üblichen Schwachstellen. Dazu gehören Dachkehlen, Durchdringungen und Schornsteinanschlüsse, die Anschlüsse von Fensterbänken und Türschwellen und Dachrinnen und Fallrohre, die Wasser vom Haus wegführen sollten. Ebenso gehören dazu die Kondensatleitung des Klimageräts, die Anschlüsse unter Spüle und an Haushaltsgeräten und die Silikonfugen im Bad.
Verzichten Sie im Keller auf Teppichboden. Teppich auf einer Betonsohle hält die Feuchtigkeit aus dem Beton an einem Material fest, von dem Schimmel leben kann. Keramische Fliesen oder ein Vinylboden auf abgedichtetem Beton eignen sich dort besser.
Achten Sie auf einen trockenen Dachraum. Im Winter kann warme Raumluft durch Undichtigkeiten in der obersten Decke in den kalten Dachraum gelangen und an der Dachschalung kondensieren. Eine luftdichte Ebene zur beheizten Wohnung und freie Lüftungsöffnungen bei belüfteten Dächern halten den Dachraum trocken.
Häufige Fragen
Kann ich über Schwarzschimmel streichen?
Als Dauerlösung nicht. Das Umweltbundesamt nennt das Überstreichen nur als Übergangsmaßnahme, bis saniert wird. Farbe tötet aktiven Bewuchs nicht ab und stoppt ihn nicht unter der Schicht, und auf aktivem Schimmel blättert sie oft innerhalb von Monaten ab. Befallenes Material wird entfernt oder gereinigt, vollständig getrocknet und erst dann gestrichen, am besten mit einer mineralischen Silikatfarbe.
Wie entferne ich Schwarzschimmel selbst?
Auf glatten Flächen besprühen Sie ihn zuerst leicht mit Wasser, damit die Sporen liegen bleiben, und saugen ihn mit einem HEPA-Sauger ab. Danach reinigen Sie mit Wasser und Haushaltsreiniger oder 3 % Wasserstoffperoxid, auf Putz mit 70 bis 80 % Alkohol, wischen mit Einwegtüchern nach und trocknen alles vollständig. Gipskarton, Deckenplatten, Dämmung oder Teppich schneiden Sie 30 bis 40 cm über den sichtbaren Rand hinaus heraus. Vorher beseitigen Sie die Feuchtequelle, und die Fläche sollte unter etwa 0,5 m² bleiben.
Ist es sicher, Schwarzschimmel selbst zu entfernen?
Bei weniger als etwa 0,5 m² auf glatten Flächen ist es mit FFP2-Maske, Korbbrille, Handschuhen und geschlossenem Raum in der Regel machbar. Das Risiko liegt weniger im Schimmel selbst als in der Menge an Sporen, die beim Arbeiten freigesetzt wird. Deshalb zählt staubarmes Arbeiten mehr als die Wahl des Reinigers. Wer Asthma, eine Schimmelallergie oder ein geschwächtes Immunsystem hat oder schwanger ist, überlässt die Arbeit besser anderen.
Zahlt die Versicherung die Schimmelsanierung?
Die Wohngebäudeversicherung zahlt in der Regel nur, wenn der Schimmel die Folge eines versicherten Leitungswasserschadens ist, etwa eines Rohrbruchs, und dieser umgehend gemeldet wurde. Schimmel durch Wärmebrücken, mangelndes Lüften oder dauerhafte Feuchtigkeit ist meist nicht versichert, und viele Bedingungen schließen Schimmel ausdrücklich aus. Fotografieren Sie alles und melden Sie den Wasserschaden sofort. In einer Mietwohnung informieren Sie zuerst schriftlich den Vermieter.
Wie lange dauert eine Schimmelsanierung?
Eine kleine Arbeit auf glatten Flächen unter etwa 0,5 m² dauert einige Stunden. Eine Sanierung durch einen Fachbetrieb mit Rückbau von Gipskarton, Behandlung des Ständerwerks und Wiederaufbau dauert meist 1 bis 5 Tage. Größere Arbeiten mit Lüftungsanlage können 1 bis 2 Wochen dauern, dazu kommen Trocknung und Erfolgskontrolle, bevor die Räume wieder genutzt werden.
Was kostet eine Schimmelsanierung?
Die Kosten hängen vor allem von der befallenen Fläche, der Tiefe des Befalls, dem Material, das ersetzt werden muss, und dem Aufwand für Abschottung und Trocknung ab. Für eine kleine Fläche, die Sie selbst reinigen, fallen nur Kosten für Schutzausrüstung und Reinigungsmittel an. Arbeiten mit Rückbau, Trocknung oder einer belasteten Lüftungsanlage kosten deutlich mehr. Ein seriöser Fachbetrieb legt dafür vorab ein schriftliches Sanierungskonzept mit Kostenschätzung vor.
Wie riecht Schwarzschimmel?
Wachsende Kolonien geben flüchtige organische Verbindungen ab. Stachybotrys riecht muffig und erdig, oft beschrieben wie nasse Erde oder faulendes Holz, und Geosmin und 1-Octen-3-ol gehören zu den verantwortlichen Stoffen. Kein Geruch bedeutet nicht, dass kein Schimmel da ist, denn ruhende Kolonien geben wenig ab.
Kann Schwarzschimmel nach der Sanierung zurückkommen?
Ja, wenn die Feuchtequelle nicht beseitigt wurde. Eine Sanierung entfernt befallenes Material und Verunreinigungen an Oberflächen, sie macht ein Gebäude aber nicht keimfrei, und neue Sporen setzen sich laufend ab. Ist das Wasserproblem behoben, sollte ein fachgerecht sanierter Bereich nicht erneut befallen werden.
Brauche ich vor Beginn einen Schimmeltest?
Bei sichtbarem Befall mit geklärter Ursache sind nach dem UBA-Leitfaden in der Regel keine Messungen nötig. Ein Test lohnt sich in drei Situationen. Er klärt das verdeckte Ausmaß, bevor Wände geöffnet werden, er dient der unabhängigen Erfolgskontrolle nach der Sanierung, und er hilft, wenn Beschwerden auf eine Belastung hindeuten, aber nichts Sichtbares gefunden wurde.
Kann ich während der Sanierung in der Wohnung bleiben?
Bei kleinen, begrenzten Arbeiten auf glatten Flächen mit abgeschlossenem Raum in der Regel ja. Bei einer Sanierung durch einen Fachbetrieb mit Rückbau oder laufenden Unterdruckanlagen verlassen die Bewohner den Arbeitsbereich, und oft wird empfohlen, das Gebäude zu verlassen. Bei großen Arbeiten über mehrere Räume ist meist ein vorübergehender Auszug sinnvoll.
Quellen
- ·Umweltbundesamt (2017, aktualisiert 2024). Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden. Dessau-Roßlau.
- ·Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. DGUV Information 201-028: Gesundheitsgefährdungen durch Biostoffe bei der Schimmelpilzsanierung (BG BAU 2016).
- ·World Health Organization (2009). WHO Guidelines for Indoor Air Quality: Dampness and Mould. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe.
- ·Mendell MJ, Mirer AG, Cheung K, Tong M, Douwes J (2011). Respiratory and allergic health effects of dampness, mold, and dampness-related agents. Environmental Health Perspectives 119(6):748-756. PMID 21669584.
- ·Mudarri DH, Fisk WJ (2007). Public health and economic impact of dampness and mold. Indoor Air 17(3):226-235. PMID 17542835.
Dieser Ratgeber dient der Information und ersetzt keine fachliche Beratung zur Sanierung. Befall über etwa 0,5 m², Befall in Klimageräten oder Lüftungsanlagen und gesundheitliche Beschwerden der Bewohner gehören in die Hände eines Fachbetriebs.