Die Wissenschaft hinter dem VCS-Test
Der Test der visuellen Kontrastempfindlichkeit beruht auf begutachteter Forschung zu den neurologischen Folgen von Biotoxinen.
Kontrastempfindlichkeit und Biotoxine
Das Sehsystem, genauer das magnozelluläre System, reagiert sehr empfindlich auf Entzündungen durch Biotoxine. Organismen in feuchtegeschädigten Gebäuden bilden solche Biotoxine, vor allem Stachybotrys, Aspergillus, Chaetomium und Actinomyceten. Die Toxine binden an Rezeptoren in der Sehrinde und verringern die Fähigkeit des Gehirns, feine Kontrastmuster zu unterscheiden.
Diese Einbuße lässt sich mit dem Functional Acuity Contrast Test (FACT) messen. Er zeigt Sinusgitter bei 5 Ortsfrequenzen (1,5, 3, 6, 12 und 18 cpd) und in 9 Kontraststufen. Biotoxinbedingte Einbußen zeigen sich typischerweise bei 6 und 12 Zyklen pro Grad. Dieses Muster unterscheidet sich von einer Fehlsichtigkeit oder anderen Augenerkrankungen.
Genauigkeit und Validierung
Wird der VCS-Test zusammen mit dem Fragebogen zu den 13 Symptomclustern eingesetzt, erkennt das Screening Patienten mit bestätigter Biotoxin-Erkrankung mit einer Genauigkeit von 98,5 %. Jeder Test allein ist weniger sensitiv. Die Kombination senkt sowohl falsch positive als auch falsch negative Ergebnisse deutlich.
HLA-Genetik
Damit der Körper Biotoxine abbauen kann, müssen antigenpräsentierende Zellen sie für die Immunabwehr markieren. Etwa 24 % der Bevölkerung tragen Varianten der HLA-DR-Gene (vor allem DRB1 und DQ), die diesen Vorgang stören. Bei diesen Menschen zirkulieren Biotoxine immer weiter und halten eine Entzündung in mehreren Organsystemen aufrecht. Diese genetische Anfälligkeit erklärt, warum nicht jeder krank wird, der in einem schimmelbelasteten Gebäude lebt oder arbeitet.
Wichtige Quellen
Titel und Autoren stehen in der Sprache der Veröffentlichung.
Shoemaker RC, House DE.
A time-series study of sick building syndrome: chronic, biotoxin-associated illness from exposure to water-damaged buildings.
Neurotoxicol Teratol. 2006;28(5):573-88.
Shoemaker RC, Hudnell HK.
Possible estrogen-like effects of the marine biotoxin okadaic acid on the visual contrast sensitivity of exposed humans.
Arch Environ Health. 2001;56(5):421-8.
Shoemaker RC, Mark L, McMahon S, et al.
Research committee report: Consensus criteria for acquired neurotoxic syndromes from exposure to biotoxin-producing aquatic organisms.
Internal Medicine World Report. 2006.
Hudnell HK, House D, Schmid J, et al.
Human visual function in the North Carolina clinical study on possible estuary-associated syndrome.
J Toxicol Environ Health A. 2001;62(8):575-94.